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VIP STUDIO MICHAEL & Di · 23.10.2026

Links, die den Weg erklären: mehr als ein namenloses „Weiter“

Illustrierte Wege aus Bändern zwischen Buchdeckeln, Anhängern und goldenen Pfeilen.
Originelle konzeptionelle KI-Illustration verständlicher Navigation; kein Foto eines realen Studios.

Stellen wir uns eine Seite mit sechs hilfreichen Artikeln vor. Unter jedem steht „Weiter“, während die Überschriften zwischen Bildern untergehen. Für jede Entscheidung muss der Leser den Zusammenhang neu herstellen. Eine kleine redaktionelle Änderung kann helfen: Benennen Sie das erwartete Ziel statt des Klickens selbst. Dieses Beispiel ist erfunden und kein Kundenfall des Studios.

Das erwartete Ziel benennen

Beginnen Sie nicht mit einer schönen Schaltfläche, sondern mit der Frage: Wohin führt dieser Link? „Zum Artikelarchiv“ ist konkreter als „Mehr“, „Bedingungen der Website-Betreuung“ verständlicher als „Informationen“. Machen Sie daraus keinen langen Werbesatz. Der Text soll zur Erkennung des Zwecks reichen; weitere Einzelheiten können daneben stehen. Bei externen Dokumenten ist besondere Sorgfalt nötig: Die Bezeichnung muss zum tatsächlich geöffneten Inhalt passen.

Zusammenhang muss zugänglich sein

WCAG 2.4.4 auf Stufe A erlaubt, den Linkzweck aus dem Text allein oder zusammen mit programmatisch bestimmtem Kontext zu erkennen. „Weiter“ ist deshalb nicht automatisch ein Verstoß. Die sichtbare Nähe zu einer Überschrift beweist jedoch noch keine für assistive Technik nutzbare Beziehung. Redaktionell hilft es, Bezeichnungen möglichst eigenständig verständlich zu machen und komplexere Zusammenhänge mit der Entwicklung zu prüfen. Eine Textänderung allein belegt keine WCAG-Konformität der gesamten Website.

Gleiche Ziele einheitlich benennen

Heißt dasselbe Archiv im Kopf „Journal“, auf einer Karte „Publikationen“ und im Fuß „Wissensbasis“, können drei verschiedene Bereiche vermutet werden. Nicht jedes Synonym ist falsch, doch zufällige Vielfalt kostet Orientierung. Ein kleines Wörterverzeichnis für zentrale Ziele schafft Ordnung. Verschiedene Artikel benötigen dagegen unterscheidbare Bezeichnungen mit einem Hinweis auf ihr Thema. Prüfen Sie bei Übersetzungen Bedeutung und Länge getrennt, statt den Satzbau der Ausgangssprache unverändert zu übernehmen.

Die Adresse zählt, nicht nur die Optik

Google empfiehlt gewöhnliche a-Links mit href-Attribut für eine verlässliche Erkennung von Verweisen. Ein Element, das nur wie ein Link aussieht und per Skript reagiert, ist kein gleichwertiger Ersatz. Redakteure müssen den Code nicht selbst ändern: Im Entwicklungsauftrag sollten Seitenwechsel von anderen Bedienaktionen unterschieden werden. Kontrollieren Sie, ob die Adresse wirklich zum gewünschten Beitrag und nicht bloß zu einem allgemeinen Bereich führt. Korrekte Auszeichnung garantiert weder Indexierung noch Platzierungen.

Einen vollständigen Weg prüfen

Öffnen Sie den Link einer Karte und vergleichen Sie seine Bezeichnung mit der Zielüberschrift. Passt das Ergebnis zur Erwartung? Wiederholen Sie dies in allen Sprachen und bedienen Sie die Seite anschließend per Tastatur. Lesen Sie außerdem nur die Linknamen: Lassen sich die Beiträge ohne erneutes Lesen aller Absätze unterscheiden? Prüfen Sie am Telefon den Umbruch längerer Texte. Es geht nicht um möglichst viele Wörter, sondern um ausreichend Klarheit an der jeweiligen Stelle.

Ein Linktext ist ein kleines Versprechen

Ein guter Link soll nicht um jeden Preis einen Klick gewinnen. Er hilft zu entscheiden, ob dieser Weg gerade sinnvoll ist. Bewerten Sie deshalb neben der Sichtbarkeit auch die Genauigkeit: Der geöffnete Inhalt sollte dem angekündigten entsprechen.

Lesen Sie mehr zur Tastaturnavigation.

Quellen

Weiterlesen

Eine hilfreiche 404-Seite: Besucher nicht im Leeren stehen lassen