Im Browser sind sechs Tabs derselben Website geöffnet. In jedem steht dasselbe „Designstudio …“. Einer enthält Kontaktdaten, ein anderer die Beschreibung einer Dienstleistung, ein dritter einen interessanten Artikel. Doch den richtigen findet man nur durch Ausprobieren. Der Seitentitel wirkt wie ein unauffälliges Detail, bis jemand zu einem bereits geöffneten Inhalt zurückkehren möchte. Genau bei dieser alltäglichen Aufgabe sollte seine Überarbeitung ansetzen.
Benennen Sie die Seite, nicht die gesamte Website
Formulieren Sie zunächst, was diese Seite von den benachbarten unterscheidet. „Kontakt und Projektanfrage“ bietet mehr Orientierung als „Lassen Sie uns zusammenarbeiten“, wenn hinter dem Link tatsächlich Kontaktdaten und ein Anfrageformular stehen. „Pflege von Druckerzeugnissen“ ist hilfreicher als „Wissenswertes“, wenn der Artikel von der Aufbewahrung von Büchern handelt. Sie müssen nicht den gesamten Inhalt unterbringen: Es genügt, das Hauptthema oder die zentrale Handlung ohne ein vages Versprechen zu benennen.
Bei Unterseiten können Sie mit einem konkreten Titel beginnen und den kurzen Markennamen am Ende ergänzen: „Kontakt und Projektanfrage | M&D“. Das ist ein brauchbares Muster, keine allgemeingültige Regel. Für die Startseite kann eine andere Reihenfolge sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass ein wiederholter Slogan nicht den Teil verdrängt, an dem man den gesuchten Tab erkennt.
Unterscheiden Sie zwischen Tab-Titel und sichtbarer Überschrift
Das HTML-Element title legt den Titel des Dokuments fest; seinen Text verwendet der Browser normalerweise im Tab. Die sichtbare Überschrift auf der Seite selbst hat eine andere Aufgabe: Sie empfängt die Leser im Zusammenhang mit Gestaltung und Einleitung. Beide Texte können übereinstimmen, müssen aber nicht identisch sein. Sie sollten denselben Inhalt beschreiben und einander nicht widersprechen.
Eine fiktive Druckwerkstatt könnte beispielsweise die große Überschrift „Papier mit Charakter“ zeigen und für den Tab „Papier für Visitenkarten: Struktur und Grammatur | Studio“ wählen. Die zweite Variante funktioniert auch ohne Fotos und Erläuterungen. Sie passt allerdings nur dann, wenn die Seite tatsächlich bei der Papierauswahl hilft und nicht bloß einen schönen Umschlag zeigt.
Richten Sie die Überarbeitung am tatsächlichen Inhalt aus
Beginnen Sie mit einer kurzen Liste: Seitenadresse, aktueller Titel, sichtbare Überschrift und ein Satz über den Zweck der Seite. Sehen Sie sich die Seite selbst an, nicht nur das alte Briefing. Vielleicht wurde eine Dienstleistung entfernt, wurden Bedingungen geändert oder wurde aus einem Artikel eine kurze Meldung. Der Titel darf nicht weiter versprechen, was es nicht mehr gibt.
Suchen Sie nach Duplikaten und zu allgemeinen Formulierungen. Behalten Sie bei einer Artikelreihe eine gemeinsame Logik bei, ergänzen Sie aber einen echten Unterschied: das Thema, die Phase oder den konkreten Gegenstand. Unterscheiden Sie Artikel nicht allein durch beliebige Nummern, wenn die Leser deren Bedeutung nicht kennen. Dieser Ansatz führt das Prinzip verständlicher Links weiter: Der Linktext und der Titel der Zielseite sollten dieselbe Erwartung unterstützen.
Prüfen Sie die Nutzbarkeit ohne magische Zeichenzahl
Das W3C erläutert, dass ein Titel das Thema oder den Zweck einer Seite beschreiben und dabei helfen soll, sie von anderen zu unterscheiden. Der praktische Test ist einfach: Öffnen Sie mehrere ähnliche Seiten nebeneinander und versuchen Sie, die gesuchte nur anhand der Titel zu finden. Wiederholen Sie das mit einem schmalen Fenster. Der wichtigste Teil sollte auch dann verständlich bleiben, wenn wenig Platz zur Verfügung steht.
Machen Sie aus dem Test keine Jagd nach einer einzigen Zeichenzahl. Google legt keine feste Längengrenze für das title-Element fest; die Darstellung in den Suchergebnissen wird durch die verfügbare Breite begrenzt. Die Suche kann den Titellink außerdem aus anderen Quellen auf der Seite bilden. Deshalb garantiert der genaue Wortlaut im Tab nicht, dass derselbe Text auch in den Suchergebnissen erscheint.
Machen Sie den Titel zum Bestandteil der Veröffentlichung
Prüfen Sie vor der Veröffentlichung jede Sprachversion einzeln: eine natürliche Formulierung, die Übereinstimmung mit der Sprache der Seite und einen kurzen Markennamen ohne unnötige Wiederholungen. Öffnen Sie nach der Veröffentlichung die tatsächliche Adresse und sehen Sie sich den Tab an, nicht nur das Feld im Editor. Nehmen Sie diesen Schritt in die technische Prüfung der Website auf. Das Ergebnis ist unspektakulär, aber nützlich: Leser können sich leichter orientieren und zurückfinden. Es ist eine Qualitätsverbesserung, kein Versprechen für eine bestimmte Position in den Suchergebnissen.
