Ein Portfolio führt zur Website eines Kunden, ein Artikel verweist auf seine Quelle, eine Leistungsseite auf ein Buchungsportal. Alle drei Links verlassen die eigene Website. Trotzdem braucht nicht jeder ein neues Browser-Tab. Entscheidend ist, was Leserinnen und Leser erwarten und wie verständlich ihr Rückweg bleibt.
Eine andere Website braucht nicht automatisch einen neuen Tab
Beginnen Sie mit einem normalen Link im aktuellen Tab. Wer einen neuen benötigt, kann ihn mit den Browserfunktionen selbst öffnen. Übernimmt die Website diese Entscheidung bei jedem externen Ziel, entstehen viele Tabs und die Zurück-Schaltfläche wirkt plötzlich nutzlos. Ein eigener Tab kann sinnvoll sein, wenn eine Hilfeseite neben einer noch nicht abgeschlossenen Aufgabe gebraucht wird. Das sollte eine begründete Ausnahme bleiben.
Den Wechsel vor dem Klick ankündigen
Öffnet die Website einen neuen Tab, erklären Sie dies am Link: „Anleitung des Herstellers – öffnet in einem neuen Tab“. Ein Pfeilsymbol kann den Hinweis ergänzen, darf aber kein Rätsel sein. Auch Menschen mit Tastatur oder assistiven Technologien müssen die Information erhalten; ein Hinweis nur beim Darüberfahren genügt dafür nicht. G200 und G201 der W3C sind beratende Techniken. Ein solcher Hinweis allein belegt keine WCAG-Konformität der gesamten Seite.
Navigation und Schutz getrennt betrachten
Verwenden Sie ein echtes HTML-Linkelement mit einer Zieladresse, kein Skript, das einen Link nur nachahmt. Ist ein neuer Tab beabsichtigt, prüfen Sie target und rel. MDN erläutert, dass moderne Links mit target="_blank" implizit wie noopener wirken. Ein ausdrückliches rel="noopener" macht die Absicht zusätzlich im Quelltext sichtbar. Der separate Wert noreferrer unterdrückt Informationen zur verweisenden Seite. Setzen Sie ihn bewusst ein, statt alle Attribute als austauschbare Sicherheitsdekoration zu behandeln.
Den Rückweg genauso gründlich testen
Prüfen Sie einen normalen Klick, die Tastaturbedienung und den browserseitigen Befehl zum Öffnen eines neuen Tabs. Öffnen Sie das Ziel auf einem Telefon und kehren Sie zurück: Ist die vorherige Leseposition nachvollziehbar? Führt der Link aus einem unvollständigen Formular, testen Sie den tatsächlichen Erhalt der Eingaben. Ein neuer Tab ersetzt keine gespeicherte Entwurfsfassung. Zieladresse und Hinweis müssen in jeder Sprachversion zusammenpassen.
Eine kleine redaktionelle Regel schafft Klarheit
Halten Sie fest, wann ein zusätzlicher Tab gerechtfertigt ist, und verwenden Sie eine einheitliche Formulierung. Kontrollieren Sie die Links erneut, wenn Partner ihre Domain oder Buchungsplattform wechseln. Das Ziel ist nicht, Menschen auf der eigenen Website festzuhalten. Eine Quelle nachzulesen und anschließend zurückzukehren soll ein verständlicher Teil ihrer Aufgabe bleiben.
